Gerbstoffe
Chromgerbstoffe
Chrom(salze) besitzen eine graublaue Farbe und kommen in der Natur im Gestein, Erdreich, in Pflanzen und vulkanischen Emissionen vor. Sie sind auch in Nahrungsmitteln vorhanden und zählen zu den essentiellen Nährstoffen für den menschlichen Organismus. Chrome(III)-Salze sind in der Anwendung sicher und werden als ungefährlich klassifiziert. Sie dürfen nicht verwechselt werden mit den giftigen Chrom(VI)-Salzen, die heute nicht mehr für die Gerbung eingesetzt werden. Obwohl Chrom als Schwermetall mit viel Misstrauen behandelt wird, gibt es bis heute – und dies nach mehr als 100 Jahren erfolgreicher Chromgerbung - keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Chromgerbung tatsächlich eine umweltschädigende oder gesund-heitsschädigende Wirkung hat.
Die sicheren Chrom(III)-Salze werden bei nahezu 90 % der weltweiten Lederproduktion zur Gerbung einge-setzt. Es handelt sich hierbei um einen hocheffektiven Gerbstoff mit einem flexiblen Eigenschaftsbereich, wodurch er sich für den Einsatz bei Möbeln, in der Bekleidung und bei Schuhen eignet. Chromgegerbte Le-der sind aufgrund einer besonderen und komplizierten Vernetzung mit dem Hauteiweiß widerstandsfähiger und weicher als solche Leder, die mit anderen Gerbverfahren produziert werden. So ist auch die Dicke eines chromgegerbten Leders wesentlich einfacher zu kontrollieren. Überdies zieht sich das Leder nicht zusam-men, wie dies bei der Gerbung mit vegetabilen oder synthetischen Gerbstoffen der Fall ist.
Vegetabile Gerbstoffe
Viele Hölzer, Rinden und Früchte enthalten Gerbstoffe, die extrahiert und so für die Gerbung gewonnen werden. Heute sind vor allem Mimosa- und Quebracho-Bäume sowie der Extrakt der Tarafrucht aus Übersee wichtige Gerbstoffquellen. Die uns bekannten vegetabilen Gerbstoffe ergeben aufgrund ihrer chemischen Struktur volle, feste und kompakte Leder, wie sie uns bei der Schuhsohle bekannt ist.
Synthetische Gerbstoffe
Zu dieser Kategorie zählen alle synthetisch hergestellten Gerbstoffe, d.h. Stoffe, die nicht natürlich in der Umwelt zu finden sind. Eine besondere Gerbwirkung haben Formaldehyd, Glutaraldehyd, Phenole, Harnsäu-re-Derivate und Acrylate. In der Regel werden synthetische Gerbstoffe nicht als alleinige Gerbstoffe einge-setzt, sondern geben in Kombination mit vegetabilen Gerbstoffen oder Chromgerbstoffen sehr interessante Resultate. Man spricht dann von einer kombinierten Gerbung. Früher war es beispielsweise nicht möglich, allein mit einem vegetabilen Gerbstoff weiche Leder herzustellen. Heute kann dies jedoch über ein syntheti-sches Vorgerbverfahren erreicht werden.